Tierarztpraxis Harald Wenzel
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    Die Analdrüsen

    Funktion: Die Analdrüsen liegen beim Hund jeweils rechts und links etwas unterhalb unterhalb des Afters.
    Eine kleine Verbindung (ähnlich einem Röhrchen) führt von jeder Drüse zu den beiden Ausgängen direkt seitlich neben dem Anus.

    Alle Raubtiere haben Analdrüsen, sie benutzen sie jedoch zu unterschiedlichen Zwecken. Stinktiere, zum Beispiel,
    setzen das Sekret dieser Drüsen zur Verteidigung gegen Feinde ein. Hunde hingegen benutzen dieses Sekret in erster Linie, um ihr Revier zu markieren und zur Kommunikation.
    Jedes mal wenn ein Hund Kot absetzt, wird Druck auf die Analdrüsen ausgeübt und es erfolgt eine Sekretabsonderung.
    Wenn nun andere Hunde an einem gefundenen Häufchen schnuppern, wissen sie, wer genau in ihrer Nachbarschaft war.
    Außerdem erkennen sich Hunde, indem sie gegenseitig ihre Analregionen beschnuppern, denn: jeder Hund entwickelt einen ganz eigenen, spezifischen Geruch.
    Übrigens liegt hierin auch der Sinn des Schwanzwedelns: die Hunde wedeln ihrem Gegenüber den Duft ihrer Analregion zu, um sich vorzustellen oder sich zu erkennen zu geben.

    Erkrankungen: Die Analdrüsen können verstopfen, sich entzünden und Abszesse entwickeln.
    Aus den verschiedensten Gründen, wie z.B. Verdickung des Drüsensekretes oder unzureichend feste Konsistenz des Kotes,
    können die kleinen Ausgänge der Analdrüsen verstopfen. Wenn dieser Fall eintritt, verspürt der Hund einen unangenehmen Druck.
    Er setzt sich auf sein Hinterteil, nimmt die Hinterbeine hoch und rutscht mit seiner Analregion über die Erde.
    Dieser Vorgang wird von vielen Hundehaltern als "Schlittenfahren" bezeichnet. Manche Hunde beginnen auch, ihre Analregion exzessiv zu lecken.
    Verstopfung der Analdrüsen ist ein äußerst weit verbreitetes Problem, speziell bei kleinen Rassen.
    Wenn Bakterien in die Drüsen gelangen, können sich Infektionen und Abszesse entwickeln.
    Da dies ein ausgesprochen schmerzhafter Zustand ist, wird der Hund eventuell versuchen zu beißen, wenn man die Region um seinen Schwanz berühren will.
    Auf der rechten oder linken Seite des Afters ist eine deutliche Verdickung zu erkennen, je nach dem, welche Drüse in Mitleidenschaft gezogen ist.

    Behandlung: Bei Verstopfung der Analdrüsen müssen diese von einem Tierarzt gründlich gereinigt bzw. entleert werden.
    Bei manchen Hunden ist diese Prozedur alle 1 bis 2 Wochen notwendig.
    Verstopfte Analdrüsen wirken sich nicht auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes aus.
    Das Problem ist vielmehr, dass sich der Hund durch das Scheuern beim "Schlittenfahren" in der Analregion verletzen kann.
    Außerdem kommt es dabei vor, dass Sekret auf dem Teppich oder Boden abgesetzt wird.
    Da dieses Sekret für unsere Menschennasen einen äußerst intensiven, ganz fürchterlichen "Duft" hat und sich auch nur sehr schwer wieder entfernen lässt,
    sollte man hier so schnell wie möglich eingreifen.
    Abszesse der Analdrüsen müssen von einem Tierarzt operativ geöffnet werden. Üblicher Weise bekommt der betroffene Hund anschließend über 7 bis 14 Tage Antibiotika.
    Weiterhin sollte das geöffnete Abszess eventuell zusätzlich täglich ausgespült werden.
    Der Vorgang sollte so lange wiederholt werden, bis kein eitriges Sekret mehr herausgespült wird.
    Da diese Prozedur für den Hund recht schmerzhaft ist, sollte sie ausschließlich von einem Tierarzt durchgeführt werden.
    In manchen Fällen ergeben sich aus Analdrüsen-Abszessen Folgeerkrankungen.
    Übermäßige Narbenbildung oder ähnliche Schäden können die Nerven und Muskeln der Analregion beeinträchtigen.
    Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, daß der Hund seinen Kot nicht mehr halten kann.
    Wenn ein Hund gelegentlich ein Problem mit den Analdrüsen hat, kann man durchaus wie oben beschrieben verfahren.
    Bei Hunden, die wiederholt oder chronisch unter Verstopfung, Entzündung oder gar Abszessbildung leiden, sollten die Analdrüsen jedoch operativ vom Tierarzt entfernt oder eventuell verödet werden.

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